18.04.1879 - 20.06.1956

August Gerhard Hinrichs, Sohn des Tischlermeisters Hermann Diedrich Hinrichs und dessen Ehefrau Margarethe (gen. Meta), geb. Siemen, wird am 18. April 1879 als drittes Kind geboren.
Er wächst in der Kriegerstraße 20 auf, wo Vater seine Tischler-Werkstatt hatte. Die Erlebnisse in dieser "krummen" Straße verarbeitet Hinrichs später in seinem Roman "Die Krumme Straße" (1949).
Er besucht in Oldenburg, Hauptstadt des damaligen Großherzogtums Oldenburg, die Stadtknabenschule und erlernt danach bei seinem Vater ebenfalls das Tischlerhandwerk. Nach bestandener Prüfung geht August "auf die Walz".
Eindrücke von dieser Zeit verarbeitet er später auch literarisch: "Auf der breiten Straße nach West" (1935).
Nach seiner Heimkehr besteht er die Meisterprüfung und eröffnet im Jahre 1905 in der Kurwickstraße eine eigene Tischlerwerkstatt. 
Er heiratet am 4. Mai 1906 Helene (gen.Muhle) Hanken (01.08.1882 - 01.03.1950). Das Paar hat er zwei Söhne:

  • Hajo (20.3.1911 - 18.12.2001) und
  • Gerhard Diedrich (14.2.1907 - 8.10.1978)

Dichter aus Berufung

In seiner Freizeit ist August Turner im Oldenburger Turnerbund (OTB) - einer damals revolutionär gesinnten Bewegung. Diese Turnbewegung gründete sich auf den "Turnvater" Friedrich Ludwig Jahn (1778 - 1852). Dieser strebte an, dass jeder durch körperliche Ertüchtigung an frischer Luft ohne Geräte eine Stärkung des Körpers erlangt. Der Turnerwahlspruch „Frisch, fromm, fröhlich, frei“ prägte die Haltung einer ganzen Generation.

In diesem Kreis trägt er zur Unterhaltung bei, indem er kurze Theaterstücke schreibt, die von der Laienspielschar des Vereins aufgeführt werden. Höhepunkt dieser Phase ist das Festspiel zum 21. Kreis-Turnfest im Jahr 1906, ein großes Ereignis im Großherzogtum Oldenburg.

Schon bald schreibt er größere Stücke, alles nebenberuflich:

  • Kinder der Sehnsucht (1909)
  • Frithjof (1911)
  • De Aukschon (1913)

Diese Werke werden sogar im Oldenburger Hoftheater aufgeführt.

Erster Weltkrieg und Neubeginn

Unterbrochen wird seine Schaffenskraft durch den Ersten Weltkrieg 1914 - 1918, in dem er Soldat an der Westfront ist. Auch diese Erlebnisse hält er später fest - allerdings nicht in der Manier eines Erich Maria Remarque("Im Westen nichts Neues").

Immerhin ist es ihm schon 1926 möglich, für sich und seine Familie ein Sommerhäuschen in Huntlosen-Dehland zu errichten. Er kauft von einem Bauern dort ein Stück Land nahe der Hunte und errichtet dort ein Refugium für sich, in dem er in aller Ruhe schreiben kann.

1929 ist er als Heimatschriftsteller etabliert und kann von seiner literarischen Arbeit leben. Die Werkstatt wird verkauft – von nun an muss er die Familie allein durch Schreiben ernähren.

Durchbruch und Erfolg

Seinen großen Durchbruch erlebt er 1930 mit der „Swienskomödi“ (Krach um Jolanthe). Die Vorlage ist ein Steuerstreik südoldenburger Bauern. Das Stück wird 1934 und 1955 verfilmt und gehört bis heute zu den meistgespielten niederdeutschen Stücken.

August Hinrichs erhält große öffentliche Anerkennung:

  • 1938: Fritz-Stavenhagen-Preis
  • Die Niederdeutsche Bühne Oldenburg trägt bis 2025 seinen Namen
  • 1954: Bundesverdienstkreuz durch Bundespräsident Theodor Heuss

Leben in Huntlosen

Ein Foto von 1929 zeigt ihn an seinem Schreibtisch in Huntlosen. Das Haus war schwer erreichbar – man fuhr mit dem Zug bis Huntlosen und ging den Rest zu Fuß. Lebensmittel wurden bei umliegenden Bauern gekauft. 1939 feierte die Familie dort ein großes Sommerfest.
Bild Nr. 16 aus dem Jahr 1939, in dem man im Sommer noch einmal ein Familienfest in Huntlosen feierte, wie es heute auch noch üblich ist. Rechts vorne sitzt August Hinrichs.

Als August Hinrichs am 20. Juni. 1956 stirbt, wird ihm ein Begräbnis ausgerichtet, wie es Oldenburg bis dahin nicht gesehen hat.

Tod und Vermächtnis

Als August Hinrichs am 20. Juni 1956 stirbt, erhält er ein Begräbnis, wie es Oldenburg bis dahin nicht gesehen hat.

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